Sport aus Mainz, 07.11.2017 (Rheinhessenliga Herren)

Der TV Bodenheim kann Kantersieg

Warum genau hatte Jürgen Kleinjung sich noch auf diese Rheinhessenligasaison so gefreut? „Die ganzen schwachen Teams sind weg, gegen die man nicht verlieren kann, jetzt muss man in jedem Spiel seine Leistung bringen“, hatte es der Trainer des TV Bodenheim vor der Runde begrüßt, dass die Leistungsdichte angestiegen sei. Da war er – wie eigentlich die ganze Liga – noch davon ausgegangen, dass Aufsteiger HSG Worms II in der Lage sein würde, eine konkurrenzfähige Mannschaft ins Rennen zu werfen.

Doch als der Neuling nun beim Vizemeister und Tabellenführer vorstellig wurde, war von vorneherein klar, dass dabei ein Ergebnis wie dieses 39:14 (14:7) herauskommen würde, an dem nicht nur der „verprügelte“ Gast, sondern auch der dominante Sieger wenig Spaß haben konnte.

Die Wormser waren seit Saisonbeginn weit weg von einem Sieg geblieben und sind nun durch vier neue Verletzte völlig platt, auch wenn sie in Bodenheim immerhin zehn Feldspieler aufboten – und mit dem ersten Angriff gar eine Führung eroberten (0:1, 1.). Es sollte freilich die einzige der Partie bleiben, auch wenn die erste Halbzeit des TVB offensiv alles andere als ein Sturmlauf war.

Die 6-0-Deckung beibehalten

„Am Anfang wirkte meine Mannschaft etwas übermotiviert, weil sie es besonders gut machen wollte, zudem haben die Wormser das Tempo verschleppt“, schilderte Kleinjung. Die Gäste über eine offensive Deckung zu Ballverlusten zu zwingen, hätte sicherlich funktioniert, machte aber keinen Sinn. „Wir haben unser 6-0 beibehalten, weil wir das in den nächsten Spielen brauchen werden“, sagte der Trainer.

Doch die Zeit würde sowieso für die Bodenheimer spielen, war abzusehen. Der Schub, der aus einer klaren die haushohe Überlegenheit machte, gelang ab der 40. Minute durch einen 9:1-Lauf innerhalb von sieben Minuten zum 30:12 (47.). Auch in den letzten zwölf Minuten war das Torwerfen einzig eine Angelegenheit der Gastgeber gegen konditionell stark abbauende Wormser. Vor allem Niklas Weyl und Pascal Gerhardt durften sich in der Schlussphase mal so richtig austoben.

Mangels Aufgaben, die der Gegner seiner Mannschaft zu stellen vermochte, wollte Kleinjung von seinen Spielern den Nachweis der eigenen Qualitäten sehen, denn ein lockeres Heimfahren der Punkte sollte es nicht geben, um die Spannung nicht zu verlieren. Die werden die Bodenheimer nämlich am kommenden Wochenende bei der potenziellen Stolperfalle SSV Meisenheim benötigen. Eine Mannschaft die sich zwar auf Platz fünf unverdächtig hinter der Führungsriege positioniert hat, im Falle eines Sieges aber mit ihrer Spielbilanz mit dem TVB gleichziehen würde.

TV Bodenheim: Radewald, Beickler - P. Gerhardt, Schornstheimer (je 6), Schulte (6/2), Kijowsky, Müller, Weyl (je 4), M. Gerhardt, Henke, Kuntz (je 3), Carl Hannappel.