Bericht Sport aus Mainz, 09.11.2017

Gleich drei Mal jenseits der 40
Es war der Spieltag der klaren Angelegenheiten. Nicht nur Tabellenführer TV Bodenheim fuhr in der Handball-Rheinhessenliga der Frauen einen Kantersieg ein.

Rheinhessen. Es war der Spieltag „die oben gegen die unten“, Favoriten gegen zweite Tabellenhälfte der Rheinhessenliga der Frauen. Kein Wunder also, dass die Resultate durch die Reihe überdeutlich ausfielen. Gleich drei Mal purzelte die 40-Tore-Marke. Auch Tabellenführer TV Bodenheim war daran natürlich beteiligt, im Heimspiel gegen die TG Osthofen 2 konnte das 44:24 (16:12) nicht überraschen.

Allerdings: Dieser Kantersieg war keineswegs eine lineare Geschichte. Nach dem 8:1 (10.)-Beginn ging es erst einmal in die andere Richtung. „Da haben wir etwas den Faden verloren“, musste Trainer Markus Reese bekennen. Und das ist selbst beim Tabellenführer kein seltenes Ereignis in dieser ansonsten bisher perfekten Runde, „ein altbekanntes Phänomen, dass wir so ein Spiel nicht einfach durchziehen“, betont Reese vielmehr.

Die Bodenheimer Trefferquote halbierte sich in den 20 Minuten bis zur Pause, die Osthofenerinnen waren plötzlich um das Zwölffache besser als bis dahin. Rein mathematisch betrachtet. Aber Sorgen machen musste, die Bodenheimer sich um den klaren Erfolg natürlich nie, nicht nur, weil es in der Partie nie enger wurde als die vier Tore Differenz zur Pause.

Bodenheimer setzen auf zweite Halbzeiten

Die effektivste Waffe der Bodenheimer wirkt so langfristig wie zuverlässig, davon geht Reese bis zum Beweis des Gegenteils bis auf weiteres aus. Die offensive 4-2-Deckung hat mitnichten nur den Zweck, Ballgewinne zu generieren, um einfache Treffer über den Tempogegenstoß zu erzielen. Sie zielt auch auf die zweite Halbzeit. „Es macht sich dann bei den Gegnern bemerkbar, wenn sie durch unsere Abwehrformation immer die langen Wege gehen müssen“, sagte Reese.

Allerdings stimmte die These nicht so ganz, jedenfalls gegen die TGO 2, denn die war auch nach dem Seitenwechsel in der späteren Phase deutlich besser dabei als am Anfang. Der TVB baute seinen abgemagerten Vorsprung innerhalb von elf Minuten um zehn Treffer auf (30:16, 42.), während in den letzten zehn Minuten nur noch zwei Tore mehr Abstand dazukam. Konditionelle Probleme zeigten die Gäste dagegen nicht, die Bank der Mannschaft von Tobias Steffes, der sein Team diesmal nicht selbst coachte, war voll besetzt.

In den Wochen vor Weihnachten kann der TV Bodenheim zwei potenzielle Hauptkonkurrenten in direkten Duellen abhängen – oder mit der Tabellenführung zum Fest wird es Essig sein. Sowohl beim aktuellen Zweiten HSV Sobernheim, als auch beim Verfolger TuS Kirn muss Reeses Team mit Sicherheit alles raushausen, was nur geht um zu bestehen. Dafür war so ein Heimspiel gegen einen überforderten Tabellensiebten sicher nicht die optimale Vorbereitung.

 

Zur Lage der Liga

Der HSV Sobernheim war am Spieltag nicht beteiligt, TVB-Trainer Markus Reese hätte sich vor dem Aufeinandertreffen mit dem Oberligaabsteiger daher nicht einmal einen aktuellen Eindruck vom verletzungsgeplagten Gegner machen können. Alle Mannschaften dahinter haben bereits ein- oder mehrfach verloren. Wie in der vorigen Saison, hat sich an der Spitze recht früh ein Quartett eingefunden, das sich vom Rest der Liga abzusetzen beginnt. In fast der gleichen Besetzung, nur dass die Sobernheimer den abgestürzten Vizemeister SG Saulheim ersetzen.

TV BODENHEIM - TG OSTHOFEN 2 44:24 (16:12)
TV Bodenheim: Wagner, Bonewitz - Henz (10), Yoslun (7), Reese (6), Sagner, J. Weber (je 5), Sinsel (5/1), K. Weber (2), Leber (2/1), Heines, Peter (je 1), Daum, Tomaschek.

TG Osthofen 2: Morasch - Reimann (5/1), Roos (4), Rindchen (3), Deubel, Wurm (je 2), Gallei (2/1), Blankenstein, Kretz, Schlösser (je 1), Hambrecht, Popple.

Schiedsrichter: Sebastian Bökamp.

Zeitstrafen: 0 - 2. Siebenmeter: 2/2 - 5/2.