Von Roland Hessel, Allgemeine Zeitung Mainz

BODENHEIM - Eine gemeinsame Weihnachtsfeier wird es nicht geben. Schade eigentlich, denn dort hätten es die Handballer des TV Bodenheim – so wie es aktuell aussieht – mal so richtig krachen lassen können. Schließlich stehen sowohl die Männer vom Guckenberg als auch die Frauen in ihren Rheinhessenligen auf dem ersten Tabellenplatz. Ein Aufstieg-Doppel ist also kurz vor Saison-Halbzeit nicht ausgeschlossen.

„Die Tabellen gefallen mir zugegebenermaßen beide einfach sehr gut“, will sich Gerd Offer, seines Zeichens Abteilungsleiter Handball beim TVB, gar nicht festlegen, welches Team ihm aktuell mehr zusagt. Die Männer sind mit 15:3 Punkten Spitzenreiter vor dem TuS Kirn, der es auf 14:4 Zähler bringt. Dann klafft schon eine größere Lücke: Die Oberliga-Absteiger TG Osthofen und TV Nieder-Olm sowie der SSV Meisenheim stehen bei 10:8 Punkten. Vorjahresmeister SF Budenheim II kommt aktuell sogar nur auf 9:9 Punkte.

Die Frauen thronen mit 16:0 Zählern sogar mit drei Punkten Vorsprung vor dem HSV Sobernheim an der Spitze. „Aber wir müssen noch zweimal gegen die FSG Mainz 05/Budenheim III spielen“, warnt Offer vor dem Vorjahresmeister, der aktuell mit 12:4 Zählern noch in Schlagdistanz ist.

Vor allem jedoch nötigt Gerd Offer das Tabellenbild der Männer der Männer reichlich Respekt ab. „Die Rheinhessenliga ist mit den Oberliga-Absteigern, mit der extrem verstärkten TuS Kirn einfach deutlich ausgeglichener geworden. Da war nicht unbedingt zu erwarten, dass wir eine solche Rolle spielen können“, zollt der Bodenheimer Handball-Boss seinem Team um Trainer Jürgen Kleinjung jede Menge Respekt. „Aber auch hier gilt: Da ist noch lange nichts entschieden – auch wenn wir auf einem guten Weg sind.“

 

Dennoch denkt Offer schon an das Ende des Weges. „Dass diese Liga so stark geworden ist, kann für den späteren Meister nur von Vorteil sein, weil er dann bei den Aufstiegsspielen auf jeden Fall gewappnet ist.“

Diese Spiele zu erreichen ist jedenfalls das große Ziel des TVB. Und zwar für beide Teams, wie der Abteilungsleiter unterstreicht. „Ganz klar, wenn sich die Mannschaften sportlich qualifizieren, dann sollen sie das Abenteuer Oberliga auch angehen“, legt sich Offer fest. In der vergangenen Saison hätten die TVB-Männer diese Spiele schon bestreiten können, weil die Sportfreunde Budenheim zwar Meister wurden, aber durch das schon existente Oberliga-Team eben nicht hätten hoch gehen dürfen. Nach Rücksprache mit der Mannschaft hatte Bodenheim aber auf die Teilnahme an der Viererrunde verzichtet.

Nun gilt das Motto: Neues Jahr, neues Glück. Auch wenn Offer natürlich weiß, dass zwei Mannschaften in der Oberliga für einen Verein wie Bodenheim logistisch durchaus eine Herausforderung bedeuten. „Das würde nicht einfach. Das wissen wir auch. Aber wir würden es auf jeden Fall so gut es möglich ist versuchen“, verspricht Offer, der im übrigen ausschließt, dass der Klub in diesem Fall Prioritäten setzt: „Sollten beide Teams tatsächlich aufsteigen, wird es definitiv keine Bevorzugung geben.“

Aber, wie gesagt: Bis dahin ist noch ein weiter Weg zu gehen – und beim TVB genießen sie auch gerne die Momentaufnahme: „Wir sind aktuell mehr als zufrieden“, betont Gerd Offer erneut und weint der Tatsache, dass es eine Abteilungsweihnachtsfeier schon seit vielen Jahren nicht mehr gibt, keine Träne nach. „Vielleicht haben wir ja im Mai nächsten Jahres etwas zu feiern. Vielleicht sogar doppelt. Und dann richtig.“