Bericht Allgemeine Zeitung Mainz 24.04.2018

 

BODENHEIM - Die Halle war bis auf den letzten Platz besetzt – rund 400 Zuschauer sahen das ultimative Spitzenspiel zwischen dem TV Bodenheim und der TuS Kirn am Guckenberg. Keine Frage – so einen heißen Tanz auf einer Platte in der Handball-Rheinhessenliga vor so vielen emotionalen Fans hatte es ganz, ganz lange nicht mehr gegeben.

Guckenberg-Halle platzt aus allen Nähten

Aber es ging ja auch was. Um nichts Geringeres als um die Vorentscheidung oder gar Entscheidung zur Meisterschaft und der damit verbundenen Fahrkarte zu den drei Aufstiegsspielen zur Oberliga gegen die Vertreter aus der Pfalz, dem Rheinland und dem Saarland.

Nach 60 kampfbetonten, aber dennoch fairen Spielminuten, jubelten die Gastgeber über ihren 23:20 (11:11)-Sieg. Die Gäste, mit zwei Punkten Rückstand auf die Bodenheimer auf Rang zwei zurückgefallen, waren am Boden zerstört und auch mit ihrer Kraft am Ende. Ihr Publikum, das fast die Hälfte der Zuschauer ausmachte, aber mit den unzähligen Fanklappern und der ganzen Emotionalität wesentlich lauter als die heimischen Fans gewesen war, feierte die Mannschaft nach dem Schlusspfiff dennoch mit starkem Beifall sehr lange.

Der Jubel bei Spielern, Verantwortlichen und Fans der Bodenheimer kannte hingegen keine Grenzen. Denn im abschließenden Saisonspiel bei der HSG Rhein-Nahe Bingen II reicht der Mannschaft des scheidenden Trainers Jürgen Kleinjung schon ein Unentschieden zum Titel.

Diese Ausgangsposition mussten sich die Hausherren, die wie ihre Gäste fast während der gesamten Partie ausschließlich die sicherere 6:0-Abwehr in ihrer defensiven Variante bevorzugt hatten, überaus hart erkämpfen. Die Platzherren lagen 0:2 (2.) – und noch viel heikler – 13:16 (39.) zurück, hatten aber beim 18:17 die Partie gedreht (46.) und kassierten beim 18:18 (48.) letztmalig den Ausgleich. Am Schluss hatten sie spürbar den längeren Atem.

„Wir waren mit der Kraft am Ende“, räumte Dejan Dobardzijev, der Spielertrainer der Gäste, dessen Trikot schon nach wenigen Minuten den „Textiltest“ nicht bestanden hatte, ein. „Es reichte nur für 45 Minuten. Außerdem hat sich noch Marco Magro-Arzt in den letzten Minuten verletzt“, sagte der Ex-Profi zu seinem wichtigsten Torschützen.

Sein Gegenüber Jürgen Kleinjung resümierte: „Wir haben uns durch die Rückstände nicht beirren lassen, weiter gekämpft und Tempo gemacht. Ich bin super zufrieden.“

TV Bodenheim: Diesel, Beickler – Henke (3), Kijowski (4), M. Gerhardt (2), Schornstheimer (1), Nießner (1), Hannappel, Schulte (7/5), Carl (5), Becker, Müller, P. Gerhardt, J. Kuntz.

TuS Kirn: Knezevic, Bertram – Rothenberger, Lebershausen, Hahn, Magro-Arzt (7), Dörr, Wehner, Dobardzijev (3/1), Leonhard, Sehls (5/1), Friedrich (2), Marquis (3)